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Urlaub in Languedoc-Roussillon: Besuch bei den Katharern

Das Languedoc-Roussillon als Urlaubsregion

Die alte Kulturlandschaft Languedoc-Roussillon wird in etwa begrenzt von der Rhone im Osten, dem Massif Central im Norden, Aquitanien im Westen, den Pyrenees-Orientales im Südwesten und dem Mittelmeer im Süden. Neben seinem Verwaltungssitz Montpellier zählen nur Nimes und Perpignan gerade noch zu den Großstädten, während so alte Städte wie Béziers, Narbonne und Carcassonne trotz ihrer Berühmtheit erstaunlich wenige Einwohner haben. Die meisten dieser und anderer, kleinerer Städte gehen auf römische Gründungen zurück, wie überhaupt die Spuren römischer Kultur und Geschichte in dieser ehemals römischen Provinz Narbonensis allenthalben zu finden sind.

Geschichte und Kultur wird überhaupt groß geschrieben in diesem ehemaligen Herzland Okzitaniens, wo das Okzitanische bis heute gepflegt wird (Langue d’Oc = „Sprache Okzitaniens“). Dort befand sich im 13. Jahrhundert das Zentrum der Katharer-Bewegung, die ob ihres Widerstands gegen Kirche und Papst in mehreren Kreuzzügen verfolgt und schließlich ausgerottet wurde. Noch heute zeugt eine Reihe von Burgen von ihrem Kampf, am berühmtesten ist jene von Montségur unweit der Pyrenäen. Etwas weiter westlich ist Carcassonne, dessen vollständig erhaltene Befestigungsanlagen zu den stärksten Europas zählen, ein Muss für jeden Besucher des Languedoc-Roussillon.

Kulturbeflissene werden die im Département Gard liegende römische Aquäduktbrücke Pont du Gard ebenso wenig vergessen wie alle Bootsurlauber den zum Weltkulturerbe gehörenden Canal du Midi, der den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet. Und genauso wenig werden Verschwörungstheoretiker vergessen, Rennes-le-Chateau mit seiner denkwürdigen Kirche zu besuchen.

Die Landschaften des Languedoc-Roussillon sind lieblicher als jene der Provence, sie sind geprägt vom Weinbau, der im Herault und im Aude hauptsächlich Rotweine, aber auch Weißweine und im Limoux sogar Schaumweine hervorbringt. Auch sonst ist dieses ganze Gebiet von ländlicher Prägung, nennenswerte Industrieansiedelungen findet man zum Glück für Touristen nur wenige, mit der Ausnahme von Montpellier.

Das gesamte Languedoc grenzt an das Mittelmeer, mit dem Golfe du Lion im Osten und der Cote Vermeil im Westen, wo die Küste den Knick nach Süden in Richtung Spanien macht. Überall ist hier Wassersport möglich, die Städte und Dörfer des Herault, des Aude und der Pyrenees-Orientales bieten zahllose Ferienwohnungen zu Preisen, die im Vergleich mit der weiter östlich liegenden Cote d’Azur sehr günstig sind.

Von anderer Natur ist das weiter im Norden gelegene Lozere, welches den Cevennen-Nationalpark umschließt und mit seiner Höhe von durchschnittlich über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel die am höchsten gelegenen Siedlungsgebiete Frankreichs aufweist. Das bergige Gebiet mit der berühmten Schlucht der Gorges du Tarn besteht aus weitgehend menschenleeren Gegenden, in welchen Schafherden zur Produktion verschiedener lokaler Käsesorten gehalten werden. Wer Ruhe und Beschaulichkeit sucht, der ist hier im Lozere richtig!